Einbruchschutz am Fenster nachrüsten: Einbrecher am Fenster mit Taschenlampe
So wird Ihr Zuhause sicher

Einbruchschutz am Fenster nachrüsten

Alte, ungesicherte Fenster und Balkontüren sind innerhalb von 30 Sekunden aufgehebelt. Mit den richtigen Sicherheitsmassnahmen lässt sich dies aber erschweren. Wir zeigen Ihnen, welche das sind und wie Sie damit ein sicheres Zuhause schaffen.

Für jedes Bedürfnis der richtige Einbruchschutz

Ungenügend gesicherte Fenster und Balkontüren zeichnen sich dadurch aus, dass sie nur über ein bis zwei Verschlusspunkte verfügen. Es zahlt sich daher aus, Einbrechern gerade in diesem Bereich möglichst viel Widerstand entgegenzusetzen. Ein abschliessbarer Fenstergriff allein reicht aber nicht aus. Entscheidend sind die Fensterbeschläge und die Anzahl der Sicherheitsschliessteile sowie Pilzkopfzapfen. Und diese lassen sich bei sämtlichen Fenstersystemen nachrüsten. Aber Vorsicht: Ein Nachrüsten ist nicht in jedem Fall möglich. Sind die Fenster zu alt oder der Zustand zu schlecht, helfen nur noch aufgesetzte Sicherheitslösungen oder ein Fensterersatz.

Welche einbruchhemmende Wirkung Fenster und Balkontüren erzielen, wird mit der so genannten Widerstandsklasse (Resistance Class, kurz: RC) definiert. Unterschieden wird dabei zwischen RC1 / RC1 N* und RC2 / RC2 N*. Massgebend sind die Werkzeuge, denen ein Fenster standhält, und die Widerstandszeit; die Klassen ohne N verlangen zusätzlich eine geprüfte Verglasung.
*Es werden keine Anforderungen an das Glas gestellt.

Wer neu baut, muss nicht nachrüsten: Dann planen Sie den Einbruchschutz und die passende Widerstandsklasse von Anfang an mit. Wie das zusammen mit Position, Glas und Storen geht, steht in der Fensterplanung im Neubau.

Effektiver Einbruchschutz in drei Stufen

  1. 4B Grundsicherheit

    Der Verschluss des Fensterflügels ist bereits bei der Grundsicherheit mit mindestens zwei Sicherheitspilzzapfen und -schliesspunkten aus Stahl ausgestattet (Ausnahme:
    sehr kleine Fenster).

  2. Robuster mit RC1 / RC1 N*

    Fenster der Resistance Class 1 (RC1 / RC1 N*) zeichnen durch eine Reihe von Sicherheitselementen aus: mindestens vier Sicherheitsschliesszapfen und -schliesspunkte pro Fensterflügel, abschliessbarer Fenstergriff, Verschiebe- und Aushängesicherung sowie Aufbohrschutz. Diese Fenster sind speziell geeignet, wenn insbesondere das Eindrücken und Aushebeln erschwert werden soll.

    *Es werden keine Anforderungen an das Glas gestellt.

  3. Mehr Widerstand und maximaler Schutz mit RC2 / RC2 N*

    Fenster mit RC2 bzw. RC2 N* sind mit zusätzlichen Sicherheitspilzzapfen und -schliesspunkten ausgerüstet und bieten damit einen sehr guten Einbruchschutz. Auflaufkeile im Rahmenfalz verhindern das Wegdrücken des Fensterflügels. Besonders geeignet für exponierte Lagen, beispielsweise Fenster im Erdgeschoss.

    *Es werden keine Anforderungen an das Glas gestellt.

Aufgesetzte Sicherheitslösungen

Die Bandbreite an Einbruchschutzmassnahmen beschränkt sich nicht nur auf die klassische Fensterrenovation oder das Nachrüsten von Fenstern. Auch aufgesetzte Sicherheitslösungen können eine Alternative sein. Hierzu zählen u.a. Fensterstangenschlösser, Teleskopstangen, Scharnierseitensicherungen und Fensterzusatzsicherung. Auch Fenstergitter tragen zum Einbruchschutz bei. Voraussetzung ist allerdings eine hohe Qualität der Nachrüstprodukte und eine fachgerechte Montage.

Wer sich für eine nachrüstbare Sicherheitslösung entscheidet, muss sich eines bewusst sein: Die meisten dieser Einbruchschutzmassnahmen werden direkt auf dem bestehenden Fenster angebracht. Solche Lösungen haben einen sichtbaren Einfluss auf das Aussehen der Fenster. Im Fall der Fenstergitter sogar auf die Fassade.

Einbruchschutz am Fenster nachrüsten: Fenstersicherung aufgesetzt

Wer hingegen auf Design und Ästhetik viel Wert legt, aber keinesfalls auf Sicherheit verzichten möchte, sollte sich für eine der drei Widerstandsklassen RC1, RC2 N oder RC2 entscheiden. Bis auf den abschliessbaren Fenstergriff sind sämtliche Einbruchschutzmassnahmen von aussen nicht direkt erkennbar.

Abschliessbarer Fenstergriff für erhöhte Sicherheit

Der mechanische Einbruchschutz ist nach wie vor die wichtigste und effektivste Sicherheitsmassnahme. Denn keine elektronische Überwachungstechnik wird einen Einbruch verhindern können, wenn sich Fenster und Balkontüren ganz einfach aushebeln lassen. Elektronische Sicherheitsmassnahmen sind daher als optionale Ergänzung zum mechanischen Einbruchschutz zu sehen.

Intelligente Sicherheit im Smart Home

Die zunehmende Digitalisierung nimmt vermehrt Einzug in Häuser und Wohnungen. Schon heute ist es möglich, Komponenten aus der Haustechnik, Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte im sogenannten Smart Home miteinander zu vernetzen. Die Fernsteuerung erfolgt direkt über das Smartphone oder Tablet. Unabhängig von Ort und Zeit. Diese Form von intelligentem Wohnen wird die Art, wie wir zukünftig Leben, nachhaltig beeinflussen. Auch im Bereich Sicherheit und Einbruchschutz.

Intelligente Sicherheitssysteme sind schon heute auf dem Markt erhältlich. Fingerprint oder Handvenenscan werden bereits in Objekten wie Haustüren verbaut. Mit der zunehmenden Digitalisierung unserer eigenen vier Wände und den technischen Möglichkeiten durch sprachgesteuerte Systeme wie beispielsweise Alexa von Amazon, Google Home oder Siri von Apple werden sich in Zukunft neue Möglichkeiten im Bereich Sicherheit und Einbruchschutz bieten. Denkbar sind Statusabfragen, ob alle Fenster geschlossen sind oder eine Zentralverriegelung fürs Haus – ähnlich einem Auto. Gesteuert über die Sprache.
Vor einer längeren Abwesenheit ergänzt das richtige Verhalten die Mechanik. Wie Sie Ihr Zuhause vor der Abreise sichern, fasst der Ratgeber Einbruchschutz in der Ferienzeit zusammen.

Frau öffnet Haustüre mit Fingerscan