Einbruchschutz am Fenster nachrüsten: Einbrecher am Fenster mit Taschenlampe

Haus einbruchsicher machen: die Checkliste vor den Ferien

In der Schweiz wird rund alle elf Minuten eingebrochen, und aufgeklärt wird nur etwa jeder fünfte Fall [1].

Der grösste Risikofaktor ist ein Zuhause, das leer wirkt, und genau das trifft in den Ferien zu. Ihr Haus einbruchsicher machen kostet deshalb nicht zwingend Geld: Die wirksamsten Massnahmen vor der Abreise sind eine Frage der Vorbereitung. Diese Checkliste bringt Sie sicher in die Ferien.

Warum die Ferienzeit das Risiko erhöht

Die polizeiliche Kriminalstatistik zählt in der Schweiz im Jahr 2025 rund 46’600 Einbruch- und Einschleichdiebstähle, etwa 128 pro Tag [1]. Aufgeklärt wird nur ungefähr jeder fünfte Fall. Das heisst: Verhindern ist deutlich wirksamer als hoffen, dass die Täter später gefasst werden. Wie Einbrecher vorgehen und welche Fenster ihnen standhalten, beschreibt der Beitrag Einbrechern keine Chance geben.

Am meisten wird in der dunklen Jahreszeit eingebrochen. Von Oktober bis März verzeichnet die AXA über die letzten zehn Jahre 45 Prozent mehr Einbruchdiebstähle als im Sommerhalbjahr [3]. Die Kantonspolizeien sprechen von Dämmerungseinbrüchen und beobachten sie zwischen September und März [4]. Entscheidend ist aber nicht die Jahreszeit, sondern die Abwesenheit. Wer verreist, ist länger weg als nach Feierabend, und ein leeres Haus zieht Täter an. Deshalb steigt das Risiko auch in den Sommerferien, wenn ganze Quartiere gleichzeitig verreist sind.

Der häufigste Einstieg ist das Fenster: Nach Angaben der Präventionsstellen gelangen rund 80 Prozent der Einbrecher über Fenster oder Balkontüren ins Haus. Beim Fenster liegt also der grösste Hebel, und zwar in zwei Schritten. Zuerst das Verhalten vor der Abreise, das nichts kostet. Dann die Mechanik des Fensters, die dauerhaft schützt.

Ein gekipptes Fenster ist ein offenes Fenster

Der häufigste Fehler vor der Abreise ist ein gekipptes Fenster, das für die Frischluft offen bleibt. Die Schweizerische Kriminalprävention bringt es auf den Punkt: «Gekippte Fenster sind offene Fenster.» Ein gekipptes Fenster lässt sich mit etwas Fingerfertigkeit und ohne Gewalt in Sekunden ganz öffnen [2]. Für Einbrecher ist es eine Einladung, keine Hürde.

Vor den Ferien gilt darum ausnahmslos: alle Fenster, Balkon- und Terrassentüren ganz schliessen und verriegeln, nicht kippen. Das gilt auch für kleine oder hoch gelegene Fenster wie Bad-, Keller- und Dachfenster, die gern vergessen gehen.

Wer Angst um die Luft in der Wohnung hat: Ein dauergekipptes Fenster lüftet ohnehin schlecht und kühlt im Winter die Wände aus. Lüften Sie vor der Abreise einmal kräftig quer durch, dann bleibt die Luft für einige Tage in Ordnung. Wie das richtig geht, steht in Richtig lüften.

Blog Einbruchschutz Ferienzeit: Eine Familie verlässt das Haus mit Gepäck

Das Haus darf nicht leer wirken

Einbrecher meiden Häuser, in denen jemand zu sein scheint. Ein bewohnter Eindruck ist eine der wirksamsten und günstigsten Schutzmassnahmen. Mit ein paar Handgriffen täuschen Sie Anwesenheit vor:

  • Zeitschaltuhren steuern Licht, Radio oder Fernseher zu wechselnden Zeiten. Unregelmässig wirkt echter als jeden Abend exakt um 20 Uhr.
  • Storen und Rollläden nicht tagsüber vollständig unten lassen. Ein Haus, dessen Storen bei schönem Wetter tagelang geschlossen sind, verrät die Abwesenheit. Stellen Sie sie wie im Alltag, oder lassen Sie sie von jemandem bedienen.
  • Aussenbeleuchtung mit Bewegungsmelder schreckt ab, weil sie unerwartet angeht.
  • Rasen, Garten und Schnee wirken gepflegt, wenn sich jemand darum kümmert. Ein überwachsener Vorgarten signalisiert wochenlange Abwesenheit.

Wer die Beleuchtung und die Storen aus der Ferne steuern will, kann sie ins Smart Home einbinden. Öffnungsmelder im Rahmen zeigen zusätzlich an, ob alle Fenster geschlossen sind, auch von unterwegs. Mehr dazu unter Smart Home.

Blog Einbruchschutz Ferienzeit: Häuser bei Dämmerung mit beleuchteten Fenstern

Die Nachbarschaft ist die beste Alarmanlage

Keine Technik ersetzt aufmerksame Nachbarn. Wer Bescheid weiss, bemerkt Unbekannte am Haus und kann reagieren.

  • Informieren Sie Nachbarn, denen Sie vertrauen, über Ab- und Rückreise und hinterlassen Sie eine Telefonnummer für den Notfall.
  • Lassen Sie den Briefkasten regelmässig leeren. Ein überquellender Briefkasten ist das deutlichste Zeichen für ein leeres Haus. Länger dauernde Post lässt sich bei der Post zurückbehalten.
  • Bitten Sie jemanden, ab und zu ein Auto in die Einfahrt zu stellen oder nach dem Rechten zu sehen.

Ebenso wichtig ist, die Abwesenheit nicht selbst zu verraten. Kündigen Sie die Ferien nicht auf dem Anrufbeantworter an und posten Sie Feriengrüsse erst nach der Rückkehr. Ferienfotos in Echtzeit in sozialen Netzwerken sagen aller Welt, dass Ihr Zuhause gerade leer steht [2]. Wertsachen und wichtige Dokumente gehören in einen Tresor oder ins Bankschliessfach, und ein Ersatzschlüssel niemals unter die Fussmatte oder in den Blumentopf.

Die Grundsicherung, die bleibt: die Fenstermechanik

Verhalten senkt das Risiko sofort und kostet nichts. Den dauerhaften Schutz liefert aber das Fenster selbst. Ein altes, ungesichertes Fenster ist mit einem Schraubenzieher oft in weniger als 30 Sekunden aufgehebelt. Moderne Sicherheitsfenster halten solchen Hebelversuchen stand.

Drei Bauteile machen den Unterschied. Eine Mehrfachverriegelung verteilt mehrere Verschlusspunkte über den ganzen Flügel, statt ihn nur an einer Stelle zu halten. Pilzkopfzapfen greifen beim Verriegeln hinter die Beschläge und verhindern, dass sich der Flügel aushebeln lässt. Ein abschliessbarer Fenstergriff sichert den Griff gegen Verdrehen von aussen. Zusammen ergeben sie die Stufe RC2 N; mit Verbundsicherheitsglas wird daraus die Widerstandsklasse RC2. Sie ist für Bereiche mit normalem Schutzbedarf empfohlen, also ebenerdig oder erkletterbar [5].

Diese Sicherung lässt sich bei vielen Fenstern nachrüsten, ohne sie zu ersetzen. Welche Beschläge und Schliessteile dafür nötig sind und wie die drei Sicherheitsstufen aufgebaut sind, zeigt der Beitrag Einbruchschutz am Fenster nachrüsten. Einen Überblick über die Widerstandsklassen und das Verbundsicherheitsglas gibt die Seite Einbruchschutz.

Checkliste: so machen Sie Ihr Haus vor der Abreise einbruchsicher

Diese Punkte gehen Sie am Reisetag der Reihe nach durch, bevor Sie die Tür hinter sich schliessen:

  • Alle Fenster, Balkon- und Terrassentüren ganz geschlossen und verriegelt, keines gekippt.
  • Keller-, Bad- und Dachfenster kontrolliert, Garagentor geschlossen.
  • Haus- und Wohnungstür mit dem Schlüssel abgeschlossen, nicht nur zugezogen.
  • Zeitschaltuhren für Licht und Radio gestellt, Storen in Alltagsstellung.
  • Nachbarn informiert, Briefkasten-Leerung und Postrückbehalt organisiert.
  • Wertsachen und Dokumente sicher verstaut, kein Ersatzschlüssel im Versteck draussen.
  • Keine Abwesenheit auf dem Anrufbeantworter oder in sozialen Netzwerken angekündigt.
  • Falls vorhanden: Alarmanlage und Bewegungsmelder aktiviert.

Ihr Zuhause vor den Ferien sichern

Das Verhalten vor der Abreise haben Sie selbst in der Hand, und es wirkt sofort. Wenn Sie die Fenster darüber hinaus dauerhaft sichern möchten, prüfen die Fachleute von 4B kostenlos, ob sich Ihre Fenster nachrüsten lassen oder ein Ersatz sinnvoller ist. Schreiben Sie uns über das Kontaktformular.

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Häufige Fragen zum Einbruchschutz in den Ferien

Quellen:

[1] Bundesamt für Statistik (BFS), polizeiliche Kriminalstatistik 2025: 34’755 Einbruch- und 11’881 Einschleichdiebstähle, zusammen 46’636 Fälle, davon 9’350 aufgeklärt (20,0 Prozent). Zahlen aus der Tabelle STAT-TAB px-x-1903020100_101.

[2] Schweizerische Kriminalprävention (SKP): Einbruchschutz-Empfehlungen und Checkliste «Sicherheit zur Reisezeit», skppsc.ch, Checkliste Reisezeit.

[3] AXA, Medienmitteilung vom 27. Oktober 2025 «Einbrüche nehmen zu»: Auswertung der eigenen Schadenfälle über zehn Jahre.

[4] Kantonspolizeien von Freiburg, Genf, Neuenburg, Tessin, Wallis und Waadt zusammen mit der SKP, Kampagne zu Dämmerungseinbrüchen (November 2025).

[5] Sicheres Wohnen Schweiz, Broschüre «Gegen Einbruch kann man sich schützen» (März 2026, publiziert von der SKP): RC 2 für Bereiche mit normalem Schutzbedarf, ebenerdig oder erkletterbar; elektronische Mittel ergänzen die mechanischen und organisatorischen Massnahmen.

Allgemeine Präventionsangaben ohne Einzelquelle: Anteil der Einstiege über Fenster und Balkontüren (rund 80 Prozent); Aufhebeln ungesicherter Fenster in unter 30 Sekunden; Widerstandsklasse RC2 nach SN EN 1627.