Ein optimales Raumklima ist die Grundlage eines gesunden Wohn- und Arbeitsumfelds. Hauptsächlich in der kälteren Jahreszeit können aufgrund von zu hoher Luftfeuchtigkeit Probleme mit Kondenswasser an den Fenstern und Wänden entstehen. Die Folgen: Fleckenbildung an den Wänden, Tapetenablösung bis hin zu Schimmelpilzbefall. Viele dieser Erscheinungen haben neben optischen Nachteilen vor allem auch gesundheitliche Konsequenzen. Und die gilt es zu vermeiden. Eine einfache, aber nützliche Massnahme verschafft hier Abhilfe.

Wie lüfte ich richtig?

Wer kennt sie nicht? Die «5 am Tag»-Regel. Sie steht für den Genuss von fünf Portionen Gemüse und Früchten pro Tag. Eine Regel, die unsere Gesundheit fördert. Empfiehlt sich diese Regel auch fürs Lüften in den eigenen vier Wänden? Wieso eigentlich nicht?! Der regelmässige Luftaustausch fördert eine gute Raumluftqualität. Egal ob Zuhause oder bei der Arbeit. Und das Beste daran: Es kommt ebenfalls unserer Gesundheit zu Gute. Doch nicht immer ist es möglich, so oft zu lüften. Gerade wer berufstätig ist weiss, dass dies kaum bis gar nicht machbar ist. Trotzdem sollten Sie Ihre Wohnräume mindestens zwei bis drei Mal pro Tag richtig durchlüften. Optimaler Weise morgens, mittags und abends. Denn das Ziel beim Lüften ist es, einen kompletten Luftwechsel vorzunehmen. Öffnen Sie dabei Ihre Fenster immer vollständig. Besonders wirksam ist eine kurze Querlüftung von zwei bis drei Minuten. Der Durchzug bewirkt, dass viel Luftfeuchtigkeit aus dem Raum abgeführt wird, vermeidet jedoch eine zu starke Abkühlung der Bauteile und Einrichtungsgegenstände. Mit dieser Lüftungsvariante können Sie das gesamte Luftvolumen schnell und energiesparend gegen Frischluft austauschen. Alternativ bietet sich auch die Stosslüftung an. Wie bei der Querlüftung öffnen Sie die Fenster komplett, schliessen aber gleichzeitig die Tür zu den jeweiligen Räumen. Nach fünf bis zehn Minuten ist auch hier die Luftfeuchtigkeit abtransportiert und die Raumluft komplett erneuert. Achten Sie darauf, dass die Heizventile während der Lüftungsdauer zugedreht sind. Das spart Heizenergie.

Spaltlüftung

Querlüftung

Stosslüftung

Lüften im Winter

In vielen Haushalten und Büros wird auch in der kalten Jahreszeit erstaunlich oft mit gekippten Fenstern gelüftet. Speziell im Winter sollten Sie aber auf diese Lüftungsvariante verzichten. Bei gekippten Fenstern ist der Luftaustausch sehr gering und es begünstigt das Abkühlen der Bauteile und Oberflächen im Fensterbereich. Dies wiederum fördert die Bildung von Schimmelpilz. Ausserdem geht durch ein dauerhaft gekipptes Fenster zu viel wertvolle Heizenergie verloren.

Quer- und Stosslüftung sind deshalb vor allem für das Lüften während den kalten Wintermonaten geeignet. Die Faustregeln zur Lüftungsdauer lauten dabei wie folgt:

Die optimale Lüftungsdauer bei Frost beträgt zwei bis drei Minuten
Die optimale Lüftungsdauer für Temperaturen zwischen 0 und 5 Grad Celsius beträgt 5 Minuten
Die optimale Lüftungsdauer für Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad Celsius beträgt 5 bis 10 Minuten
Die optimale Lüftungsdauer für Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad Celsius beträgt 10 bis 15 Minuten

Lüften im Sommer

Im Sommer macht das Lüften mit gekipptem Fenster durchaus Sinn. Allerdings nur für die Frischluftzufuhr z. B. im Schlafzimmer während einer Sommernacht. Auch im Sommer sollten Sie Ihre Fenster hin und wieder vollständig öffnen, damit ein kompletter Luftwechsel stattfindet. Nutzen Sie an besonders heissen Tagen die kühlenden Nacht- oder frühen Morgenstunden, um die angestaute Raumluft zu ersetzen. Mit welchen Massnahmen, Sie Ihr Zuhause im Sommer sonst noch kühl halten können, lesen Sie in unserem Blog-Artikel zum Thema.

Wie entsteht Luftfeuchtigkeit in Büro- und Wohnräumen?

Durch unsere Atmung und alltäglichen Arbeiten im Haushalt und Büro geben wir ständig Feuchtigkeit an die Luft ab. Besonders beim Duschen, Baden und Kochen entsteht viel Wasserdampf. Diese feuchte Raumluft muss durch gezieltes Lüften reguliert werden, um ein behagliches Raumklima zu erhalten. Gleichzeitig wird das Bauwerk vor Feuchteschäden und unsere Gesundheit vor giftigen Schimmelpilzsporen geschützt. Die nachfolgende Übersicht zeigt auf, wie viel Feuchtigkeit die unterschiedlichen Feuchtigkeitsquellen an die Raumluft abgeben:

Feuchtigkeistabgabe von: Feuchtigkeitsmenge in g/Std.:
Topf-Pflanze, mittelgross 15
Menschen, ruhend 40
Menschen, leichte Tätigkeit 90
Waschmaschine 300
Wäsche, geschleudert 300
Wäsche, tropfnass 500
Kochen und Feuchtreinigung 1000
Duschbad 2400

Was ist der Unterschied zwischen Innen- und Aussenkondensat?

Wird nicht genügend gelüftet bleibt die Luftfeuchtigkeit im Raum und es entsteht das Risiko für Kondenswasserbildung an den Fensterscheiben und Wänden. Das kann zu Flecken an den Wänden, Tapetenablösung und sogar zu Schimmelpilzbefall führen. Diese Art von Kondenswasserbildung wird auch als «Innenkondensat» bezeichnet. Bei der Bildung von Kondenswasser auf der Glasaussenseite des Fensters handelt es sich um «Aussenkondensat». Dabei sind diese zwei Arten von Kondensat nicht zu verwechseln: Innenkondensat sollte vermieden werden. Aussenkondensat ist dagegen ein positives Zeichen für gut isolierende Fenster. In unserem Merkblatt «Kondenswasser an der Aussenscheibe» erfahren Sie alles rund um das Thema Aussenkondensat.

Kondenswasser an der Fensterscheibe
Schimmelpilz auf der Innenseite eines Fensters

Wie weiss ich, ob die Luftfeuchtigkeit zu hoch ist?

Die Überwachung des Arbeits- und Wohnklimas kann mit Hilfe eines analogen oder digitalen Hygrometers sichergestellt werden. Ein Hygrometer misst dabei die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit im jeweiligen Raum.

Hygrometer zur Messung der Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Ist die prozentuale Luftfeuchtigkeit in den Räumen zu hoch, kann mit der richtigen Lüftungsmethode entsprechend reagiert werden. Generell ist in Wohnräumen eine Luftfeuchtigkeit von 40-50% ideal. Bei einem Wert über 70% wird die Schimmelbildung an kritischen Stellen massiv gefördert. Eine Temperatur von 20°C sollte nicht unterschritten werden. Einzig im Schlafzimmer können etwas niedrigere Temperaturen zu einem angenehmen Schlafklima beitragen.

Welche Temperaturen und Luftfeuchtigkeit ein optimales Raumklima fördert, zeigt die folgende Übersicht:

Raum: Temperatur: Luftfeuchtigkeit:
Wohnzimmer 20 °C 40-60 %
Schlafzimmer 16-18 °C 40-60 %
Kinderzimmer 20-22 °C 40-60 %
Küche 18-20 °C 50-60 %
Badezimmer 23 °C 50-70 %
Keller 10-15 °C 50-65 %

Wie lüfte ich im Keller richtig?

Der Keller ist der kälteste Raum eines Wohngebäudes. Das richtige Lüften will daher gelernt sein. Insbesondere in den Wintermonaten wird das Untergeschoss gerne zum Aufhängen und Trocknen der Wäsche genutzt. Dann ist regelmässiges Lüften besonders wichtig. Durch die nasse Wäsche wird viel Feuchtigkeit an die Raumluft abgegeben, die Sie nach draussen ableiten sollten. Falls Sie also im Winter Wäsche aufhängen, ist die Kippstellung der Kellerfenster ein Muss. Prüfen Sie mit einem Hygrometer regelmässig die Luftfeuchtigkeit in Ihrem Keller. Steigt diese an, sollten Sie unbedingt die Fenster öffnen. Um die Raumluft komplett zu erneuern, sind auch hier die Quer- oder Stosslüftung die schnellsten und effektivsten Varianten. Reicht regelmässiges Lüften nicht aus, kann mit professionellen Luftentfeuchtern nachgeholfen werden. Ist es im Winter nicht all zu kalt, dürfen die Fenster im ungeheizten Keller auch tagsüber in der Kippstellung belassen werden. Im Sommer sollten Sie allerdings auf diese Lüftungsart verzichten. Durch die Lage des Kellers bleibt dieser auch bei hohen Temperaturen vergleichsweise kühl. Wird tagsüber gelüftet, kühlt sich die warme, feuchte Aussenluft rasch ab und die Luftfeuchtigkeit im Keller steigt an. Dies begünstigt die Bildung von Schimmelpilz. Nutzen Sie deshalb die kühleren Tageszeiten (z.B. am frühen Morgen). Lüften Sie rund 15-20 Minuten und schliessen danach die Fenster wieder vollständig. Bei hohen Aussentemperaturen reicht es aus, einmal am Tag zu lüften. Liegen die Temperaturen in einem angenehmen Bereich, darf der Keller gerne auch zwei bis dreimal pro Tag gelüftet werden. Wichtig zu wissen: Der Feuchtigkeitsgehalt der Aussenluft darf nicht höher sein, als die Luftfeuchte des Kellers. Ist dies nicht gegeben, sollten Sie auf das Lüften im Keller verzichten. Überprüfen Sie deshalb auch im Sommer regelmässig die Raumfeuchte mit einem Hygrometer.

Ich wohne in einem Minergie-Haus, was muss ich beachten?

Bekanntlich steht bei Minergie der Wohn- und Arbeitskomfort von Gebäudenutzern im Zentrum. Ermöglicht wird dieser Komfort durch eine hochwertige Gebäudehülle und eine systematische Lufterneuerung. Minergie-Bauten zeichnen sich zudem durch einen sehr geringen Energiebedarf und einen möglichst hohen Anteil an erneuerbaren Energien aus. Aufgrund der dichten Bauweise ist eine kontrollierte Lufterneuerung erforderlich. Das heisst: Bauseitig ist ein Lüftungssystem eingebaut. Die Frage, die sich dabei stellt: «Darf ich die Fenster trotzdem noch öffnen?» Natürlich dürfen Sie! Das eingebaute Lüftungssystem stellt lediglich sicher, dass dem Innenraum jederzeit genügend Frischluft zugeführt wird. Im Winter sollten Sie nicht über die Fenster lüften, jedenfalls nicht zu lange. Ansonsten entweicht zu viel Wärme und somit Energie. Ebenfalls gilt die gleiche Regel wie bei nicht Minergie zertifizierten Gebäuden – Fester nicht kippen. Im Sommer empfiehlt es sich, das Gebäude bzw. die Innenräume nachts mit offenen Fenstern auszukühlen. So kann die Wärme, die sich tagsüber angestaut hat, abgeführt werden. Bei Minergie zertifizierten als auch bei nicht zertifizierten Häusern und Wohnung gilt somit: Wenn sie das Bedürfnis haben das Fenster weit aufzureissen, dann tun Sie es.

Frischluft per Knopfdruck

Lüften Sie komfortabler: Die motorisierte Fensterlüftung befreit Sie von der manuellen Bedienung – speziell bei schwer zugänglichen Fenstern.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Energieeffizienz mit neuen Fenstern fördern

Energieeffizienz mit neuen Fenstern fördern

Den Energieverbrauch senken und die Energieeffizienz steigern. Mit dieser Herausforderung sieht sich die Schweiz im Rahmen der Energiestrategie 2050 in den nächsten Jahren konfrontiert. Um diese Ziele zu erreichen, braucht es innovative Lösungen und Produkte – auch im Gebäudebereich. Bereits heute gibt es ein Fenster, das einen effizienten Energiverbrauch ermöglicht.

Energie sparen beim Fenster Made in Switzerland

Energie sparen beim Fenster Made in Switzerland

Schlecht isolierte Fenster sind wahre Energieschleudern. Bis zu einem Viertel der Energie kann durch sie entweichen. Das Sparpotenzial ist daher gross. Die Energieeffizienz von Fenstern zu vergleichen ist für Laien jedoch nicht immer einfach. Ein Dokument verschafft nun Abhilfe.

Aus alt mach neu: Fensterrenovationen im Vorher/Nachher Vergleich

Aus alt mach neu: Fensterrenovationen im Vorher/Nachher Vergleich

Neue Fenster machen Freude. Mehr Platz, erhöhter Einbruchschutz und verbesserte Isolierung, um nur einige Vorteile zu nennen. Neue Fenster können aber noch mehr, wie unsere Vorher/Nachher Beispiele zeigen.

Mehr laden

Das Fragen unsere Kunden

Dieser Artikel wurde verfasst von

27.02.2018 1995x gelesen