Zur Erinnerung an den im Alter von 85 Jahren verstorbenen Firmengründer und ehemaligen langjährigen Patron der 4B und talsee, Otto Bachmann:

Otto Bachmann war ein Pionier im Fensterbau und führte 4B während vieler Jahre mit grossem Erfolg von der kleinen Schreinerei zu einem bedeutenden Unternehmen für Fenster, Fassaden und Badmöbel. Er war ein "Macher" mit unternehmerischem Weitblick, Innovationsgeist und bis zuletzt mit seinem Lebenswerk 4B und den Mitarbeitenden eng verbunden. Tief verwurzelt mit Hochdorf (LU) hat er seine soziale Verantwortung auch für die Region sehr ernst genommen und sich bis ins hohe Alter noch aktiv in verschiedenen Projekten engagiert.

 

Auf der Wiese vis-à-vis unseres Bürogebäudes wurden zahlreiche neue Bäume gepflanzt. Ich und meine Arbeitskollegen fragten uns wieso. Ein langjähriger Mitarbeiter hat uns dann erzählt, dass Otto Bachmann (†85), unser Firmenpatron, und sein nachhaltiges Engagement dahinter stecken. Ich habe mich mit Otto Bachmann getroffen und herausgefunden, dass bereits sage und schreibe 180 Bäume auf dem 4B Areal stehen. Wieso er sich unermüdlich für die Natur engagierte und jede freie Fläche nutzte, um neue Bäume zu pflanzen, beantwortet das Interview vom Juni 2017.

Herr Bachmann, Sie engagieren sich beispielhaft und unermüdlich für die Natur und nehmen immer wieder neue Projekte mit vollem Elan in Angriff. Was motiviert Sie seit eh und je, nachhaltig aktiv zu handeln?
Das hat in meiner Kindheit begonnen. Freude an der Natur hatte ich schon immer. Wir waren so oft es ging in der Natur und fingen im Bach Forellen. Hier und da hat auch ein Krebs angebissen. Diese sind aber mit der Zeit fast ausgestorben. Auch das Naturprodukt Holz fand ich schon immer faszinierend. Durch meinen Beruf als Schreinermeister habe ich mich natürlich sehr intensiv damit auseinandergesetzt und die vielen verschiedenen Gattungen kennengelernt. Holz ist wertvoll, nachhaltig und muss gepflegt werden.

Ihr Engagement wurde 2002 mit einem Qualitätslabel zertifiziert. Die Stiftung Natur & Wirtschaft zertifiziert Firmen, die ihr Firmenareal naturnah gestalten. Wie kam es dazu und was wächst denn alles auf dem 4B Areal?
4B war das erste Unternehmen, welches im Industriegebiet Hochdorf gebaut hat. Für das Vorhaben mussten Bäume ausgerissen werden. Die Gemeinde forderte, dass wir sie an einem anderen Ort wieder pflanzen. Wir hatten genügend Platz auf dem Areal und so sind mit der Zeit einige Bäume dazugekommen. Aus Liebe zur Natur habe ich mich immer öfters für nachhaltige Projekte engagiert. Vor allem an den beiden angrenzenden Bächen, dem Eiholdernbach und an der Ron wurde viel gepflanzt. An der Ron stehen acht 40-jährige Nussbäume und acht Kirschbäume. Aber auch viele andere Arten wie: Eiche, Waldkirsch, Ahorn, Bergahorn, Spitzahorn, Heimbuche, Feldulme, Flatterulme, Zitterpappel sowie verschiedene Sträucher wie Heckenrosen, Sanddorn und Mispeln. Wir konnten Projekte mit unseren Lernenden, Schulen und der Caritas umsetzen, die uns geholfen haben, die Bäume und Sträucher zu pflanzen.

Was wollen Sie und die Stiftung damit erreichen?
4B ist Mitglied der Stiftung Natur & Wirtschaft weil wir uns beide für die Natur einsetzen wollen. Die Aussage der Stiftung ist: Der Klimawandel kann gestoppt werden, wenn weltweit 1 Milliarde Bäume angebaut werden. 100 Millionen Bäume wurden bereits neu gepflanzt. Insgesamt sind auf dem 4B Areal 180 Bäume und Pflanzen jeglicher Gattung. Auch die Tiere und der Artenschutz stehen im Fokus und sind meine persönliche Herzensangelegenheit. Ich habe im Einholdernbach Forellen und Edelkrebse ausgesetzt. Heute ist der Krebs-Bestand wieder stabiler und das Projekt wird sogar vom Kanton unterstützt. 

Es ist schön, ihre Begeisterung für die Arbeit zu spüren. Das Engagement hat Sie als leidenschaftliches Hobby durch Ihr Leben begleitet. Welches Projekt ist gerade aktuell?
Im Herbst 2016 wurden 50 Bäume gepflanzt. Das Land ist nicht bebaubar, deshalb hat sich das gut angeboten. Ausserdem haben wir eine neue Produktionshalle gebaut. Auf dem freien Boden der noch unbebaut geblieben ist, sind noch sieben weitere Bäume dazugekommen. In einem Weiher, den ich vor zwei Jahren in Zusammenarbeit mit der pro Natura ausgehoben habe, wird in nächster Zeit eine Edelkrebsen-Zucht eingerichtet. Ein Holzsteg und ein Gerätehäuschen wurden bereits erstellt. Es werden rund 30 Krebse eingesetzt.

Was planen Sie für die Zukunft?
Falls die Krebs-Zucht im Weiher gelingt, werden in den Seetaler-Bächen wieder Krebse eingesetzt. In Zukunft geniesse ich weiterhin unseren geschaffenen Naturpark. Der Platz am Eiholdernbach ist ein ganz besonderer Ort für mich. Ich bin oft dort, sitze auf den Steinen, lausche dem Bach und geniesse die Natur. So lange es die Gesundheit zulässt werde ich mich weiterhin für die Natur einsetzen und freie Fläche nützen, um Bäume zu pflanzen und Tierarten zu schützen.

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12.06.2017 1154x gelesen