Ruhe in der Natur wird gemeinhin als positiv und erholsam wahrgenommen. Oft merken wir erst beim Waldspaziergang oder auf einer einsamen Bergkuppe, wie wohltuend Ruhe ist. Unser Alltag, und in Einzelfällen auch unser Zuhause, sind von Lärm und störenden Geräuschen geprägt. Ihre vier Wände können Sie mit Schallschutzfenstern gezielt vor dem Lärm draussen schützen.

Was ist Lärm?

Mit dem Wort «Lärm» werden Geräusche bezeichnet, die laut sind und uns stören. Lärm wird jedoch subjektiv wahrgenommen. Was den einen stört, das nimmt der andere nicht als störend wahr. Die folgende Tabelle führt einige Lärmquellen auf und ordnet deren Pegel in Dezibel (dB) ein:

Wo entsteht störender Lärm am häufigsten?

Lärm entsteht zu einem Grossteil durch Verkehr. Die Anzahl Verkehrsbewegungen nimmt in der Schweiz jährlich zu - auf der Strasse, auf der Schiene und in der Luft. Diese Zunahme ist auf das Bevölkerungswachstum und die erhöhten Mobilitätsbedürfnisse zurückzuführen. Aufgrund der Urbanisierung wird diese Entwicklung auch in Zukunft anhalten. Neben dem Verkehr verursachen auch Baustellen und die Industrie Lärm, der unseren Alltag stört und uns um die Erholung und den Schlaf bringen kann.

Was macht Lärm mit uns?

Lärm stört nicht nur, er kann auch krank machen. Die häufigsten und schwerwiegendsten Nebenwirkungen von Lärm sind Konzentrations- und Schlafstörungen. Bluthochdruck, Herz-Kreislaufstörungen, Stoffwechselkrankheiten und Allergien sind weitere Folgen von Lärm. Studien zeigen, dass diese Krankheiten in urbanen Regionen häufiger auftreten als auf dem Land. Diesen krankmachenden Lärm gilt es im Wohnraum mit gezielten Massnahmen auf ein Minimum zu reduzieren. So sichern Sie sich Ruhe- und Erholungsphasen und können Ihre Kräfte wieder auftanken. Daher hat der Bundesrat im Dezember 1986 die Lärmschutzverordnung (LSV) ins Leben gerufen. Diese Verordnung soll vor schädlichem und lästigem Lärm schützen. Sie regelt auch den Umgang von Aussenlärmemissionen bei der Erschliessung neuer Bauzonen und Baubewilligungen. Ausserdem regelt sie den Schallschutz gegen Aussen- und Innenlärm an neuen wie an bestehenden Gebäuden.

Schallschutzfenster – die Lösung gegen den Lärm von draussen?

Die grösste Schwachstelle für Lärmbelastungen sind alte Fenster (inkl. der dazugehörigen Storen oder Rollladenkästen). Ein einfach verglastes Fenster hat nur eine Dämmwirkung von 20 dB. An einer viel befahrenen Strasse mit einem Lärmpegel von 75 dB bleibt im Raum somit ein Pegel von 55 dB bestehen. Das entspricht nach obiger Tabelle einem „mässig lauten“ Umfeld. Wenn man bedenkt, dass es in einem Schlafzimmer für einen gesunden Schlaf nicht lauter als 25-30 dB sein sollte, ist dieser Pegel von 55 dB auf Dauer ungesund. Fenster mit 2-fach-Isolierglas können, je nach Alter und Ausführung, den Lärm um ca. 30 bis 35 dB reduzieren. An viel befahrenen Strassen reicht diese Lärmreduktion nicht aus. Moderne Schallschutzfenster mit drei Dichtungsebenen und entsprechendem Glas sind notwendig. Sie ermöglichen eine Lärmreduktion von bis zu 39 dB, was den subjektiv wahrgenommenen Lärm um bis zu 97 % reduziert. Weitere Schwachstellen am Haus können zu wenig gedämmte Aussenwände oder Dächer sein.

Was unterscheidet ein Schallschutzfenster von einem normalen Fenster?

Die Schalldämmung eines Fenster hängt von fünf Faktoren ab:

  • Isolierglasaufbau
  • Fugendichtigkeit, Anzahl der Dichtungsebenen im Fenster
  • Rahmen- und Flügelkonstruktion
  • Grösse des Fensters
  • Abdichtung zum Bauwerk, Anschlussfugen

Diese fünf Faktoren sind bei einem Schallschutzfenster in der Weise optimiert, dass möglichst wenig Lärm von aussen nach innen dringen kann. Das beste Schallschutzfenster nutzt jedoch nichts, wenn es nicht sorgfältig und fachmännisch montiert wird. Achten Sie bei der Wahl Ihres Fensterbauers also auch auf eine schallschutzkonforme Montage und lassen Sie sich diese im Vorhinein bestätigen. Verlangen Sie ausserdem das entsprechende Schallschutzzeugnis des Fensters, das bei ihnen verbaut werden soll. Das Schallschutzzeugnis vom Glas alleine reicht nicht aus. Verlangen Sie nach den Prüfergebnissen des gesamten Fenstersystems.

Was unterscheidet ein Schallschutzglas von einem normalen Fensterglas?

Ein normales 3-fach-Isolierglas besitzt im Standard drei Glasscheiben, die alle dieselbe Dicke aufweisen. Bei einem Schallschutzglas ist der Glasaufbau meist asymmetrisch. Das heisst, dass die Glasscheiben nicht alle dieselbe Dicke haben. So ist beispielsweise die äusserste Glasscheibe dicker als die beiden anderen. Bei den stärksten Schallschutzgläsern kommen Schallschutzfolien zum Einsatz. Die Schallschutzfolie, auch Phonfolie genannt, verbindet bei dieser Aufbauart zwei Glasscheiben miteinander (Verbundsicherheitsglas, VSG). Unter anderem ist es diesen Glasaufbauten zu verdanken, dass Schallschutzfenster nur einen Bruchteil des auftretenden Schalls durch die Verglasung ins Rauminnere lassen.

Was gilt es beim Einbau von Schallschutzfenstern zu beachten?

Wichtig ist es, für den Einbau von Schallschutzfenstern eine Fachperson beizuziehen. Oft reicht es nicht aus nur die alten Fenster zu ersetzen. Kritische Punkte sind zum Beispiel die Storen- und Rollladenkästen sowie Fensterumrandungen. Früher hat man diese Bauteile ungenügend in die Schallschutzüberlegungen miteinbezogen. Mit dem Einbau von Schallschutzfenstern müssen diese gedämmt oder ersetzt werden, ansonsten wirken sie weiter als Schallbrücken.

Interview mit Jürgen Scandone, Leiter Entwicklung bei 4B

Reicht es, bei Lärm-Problemen einfach die Fenster durch Schallschutzfenster zu ersetzen, damit wieder Ruhe einkehrt? 
Grundsätzliche kann man mit einen Ersatz der alten Fenster durch Schallschutzfenster viel bewirken. Entscheidend ist aber auch, welche Bereiche in einem Haus betroffen sind und um welche Art von Lärm es sich handelt. Fluglärm zum Beispiel dringt auch durchs Dach ein, in diesem Falle ist mehr notwendig als nur neue Fenster.

Es sind also immer mehrere Massnahmen erforderlich?
Nicht immer, oft reichen die Schallschutzfenster. Doch kommt es auch auf die gesamte Bausubstanz an. Schallbrücken wie Rollladenkästen müssen ebenfalls ausgeschaltet werden. Umfassende Planung, die über die Fenster hinausgeht, ist daher zwingend.

Was gilt es beim Kauf von Schallschutzfenstern zu berücksichtigen?
Es kommt darauf an, welches Schalldämm-Mass ein Fenster haben muss, um den Lärm auf das vorgeschriebene Mass zu reduzieren. Und dann sollte man auf das Prüfzeugnis achten: Es muss die Werte des gesamten Fensters, also Rahmen, Flügel und Glas, umfassen und nicht nur das Glas alleine. Leider aber ist eine solche Prüfung gesetzlich nicht vorgeschrieben.

Erhalte ich finanzielle Unterstützung für den Einbau von Schallschutzfenstern?

Ob und mit welcher finanzielle Unterstützung Sie beim Einbau von Schallschutzfenstern rechnen dürfen, erfahren Sie bei Ihrer kantonalen Lärmschutzfachstelle.

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05.01.2018 745x gelesen